Bei einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck) ist der Blutdruck in den Lungengefäßen erhöht, was das rechte Herz stark belastet. Vor jedem Zahnarztbesuch müssen das Praxisteam informiert, Stress und Angst vermieden sowie Medikamente (wie Blutverdünner) beachtet werden, um lebensgefährliche Kreislaufkrisen zu verhindern. Vorbereitung und Kommunikation
- Informieren: Sagen Sie dem Zahnarzt vor der Behandlung, dass Sie an Lungenhochdruck leiden.
- Rücksprache: Bei schweren Formen sollte der Zahnarzt vorab den Kardiologen kontaktieren.
- Kurze Termine: Planen Sie kurze und ruhige Behandlungszeiten ein.
Betäubung und Angstfreiheit
- Kein Adrenalin: Lokalanästhetika sollten möglichst ohne Adrenalin (oder andere Vasokonstriktoren) sein. Adrenalin kann das Herz belasten und Blutdruckkrisen auslösen. Mit einer gut eingestellten PH ist sicherlich auch eine Betäubungsspritze mit reduziertem Adrenalinanteil ok.
- Stressabbau: Angst und Schmerzen schütten Stresshormone aus. Eine angstfreie Atmosphäre oder beruhigende Maßnahmen sind wichtig.
- Aufrechte Position: Lagern Sie den Zahnbehandlungsstuhl nicht zu flach, da flaches Liegen die Atemnot (Dyspnoe) verstärken kann. Auf keinen Fall sollte eine Lagerung erfolgen, wo die Beine über Herzniveau liegen. Das rechte Herz kämpft schon gegen den Lungendruck an, um Blut in die Lunge zu pumpen, wenn dann noch der Rückfluss des vielen Blutes aus den Beinen dazukommt, kann es überfordert sein.
Blutungsrisiko und Infektionen
- Blutverdünner: Viele Patienten nehmen gerinnungshemmende Medikamente ein. Setzen Sie diese niemals eigenmächtig vor einem Eingriff ab; der Zahnarzt stimmt das Vorgehen mit dem Arzt ab. [
- Entzündungen vermeiden: Chronische Entzündungen im Mund (wie Parodontitis) belasten den Körper. Eine gute Mundgesundheit ist wichtig, größere chirurgische Eingriffe erfordern oft eine sorgfältige Prophylaxe.
- Aus Erfahrungen diverser PH Zentren ergibt sich, dass eine Endokarditisprophylaxe sinnvoll sein kann, laut Leitlinien siehts jedoch folgerndermaßen aus
- Bei einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck) ist eine =16px
Endokarditisprophylaxe
nur dann angezeigt, wenn gleichzeitig ein angeborener oder definierter Hochrisikofaktor für eine Endokarditis (wie ein unkorrigierter zyanotischer Herzfehler oder künstliche Herzklappen) vorliegt. Eine isolierte pulmonale Hypertonie allein begründet standardmäßig keine Antibiotikaprophylaxe, erfordert beim Zahnarzt jedoch höchste Vorsicht wegen der kardialen Belastung. Endokarditisprophylaxe: Wann und womit?
- Indikation: Gilt ausschließlich für Höchstrisiko-Patienten bei invasiven Eingriffen mit Zahnfleischverletzungen oder Blutung (z. B. Zahnextraktion, Zahnreinigung).
- Standard-Antibiotikum: Einmalig 2 g Amoxicillin (oral) ca. 30 bis 60 Minuten vor dem Eingriff.
- Bei Penicillinallergie: Alternativ 600 mg Clindamycin (oral).
OMNIA TEMPUS HABENT
Diagnose IPAH im Februar 2013, in Behandlung bei OA Dr. Ulrich Krüger, jetzt Dr. Fischer Herzzentrum Duisburg, Medikamente: Sildenafil, Bosentan jetzt Macitentan, Subkutane Treprostinilpumpe, seit Januar 2024 getunnelter ZVK mit externer Pumpe (Groshongkatheter), 24/7 Sauerstoff, Marcumar, Diuretika